18. Oktober 2016

Mr. Gipsarm

Seifenblasen fangen in der Notaufnahme

Christkind spielt iPad

Christkind mit Gipsarm

schlafendes Christkind mit Gipsarm

x-Ray von Tieren im Krankenhaus

Christkind mit Brudi im Arm
Am zweiten Tag hier in London wollte Max mir etwas Gutes und ist mit beiden Kinder zum Spielplatz gegangen, damit ich in Ruhe aus- und aufräumen konnte und etwas Zeit nur für mich hatte. Dann ging plötzlich die Tür auf und das kaltweiße Christkind stand vor mir. Mir war sofort klar, dass was passiert ist und dann fing er auch schon an zu weinen und Max kam auch dazu.
Das Christkind war auf dem Spielplatz von som Drehdings auf den Ellenbogen gefallen und wie sich später rausstellte hat er sich dabei den Arm gebrochen.

Der Arm war weder blau noch dick oder ähnliches. Aber das Christkind machte einen sehr schlechten Eindruck und wimmerte, dass sein Arm weh tun würde und er sehr müde sei und sofort ins Bett möchte. Also ließen wir ihn erstmal schlafen.
Als er aufwachte, war er nicht mehr ganz so blass, aber wollte nicht mehr aufstehen und wir sollten in bitte in Ruhe lassen. Dank Strohhalm trank er zumindest etwas, ich fütterte ihn mit etwas Obst und danach ging es ihm scheinbar etwas besser. Er wollte den Arm aber nicht bewegen und so beschlossen wir doch lieber mal einen Arzt drauf schauen zu lassen.
Wir bastelten dem Christkind eine Armschlinge aus einem Spucktuch und fuhren zu viert mit dem Bus zum Krankenhaus. Auf dem Weg war er fröhlich, hatte wie immer viel Spaß am Bus fahren und kommentierte was alles so zu sehen war. Wir suchten eine ganze Weile zu Fuß wo wir überhaupt hin mussten und das Christkind war bester Laune. Am frühen Freitag Abend war die Notaufnahme natürlich überfüllt mit vielen kranken Menschen und wir kamen uns mit dem fitten Christkind sehr fehl am Platz vor. Außerdem hatte ich Angst, dass sich der kleine Brudi mit irgendwas ansteckt und so beschloßen wir wieder nach Hause zu fahren.

Das Christkind schlief zwar fast bewegungslos, aber wohl ganz gut. Aber auch am nächsten Morgen wollte er den Arm nicht bewegen, weil er Schmerzen hatte. Er wollte wieder die Armschlinge und damit war wohl alles okay. Trotzdem entschieden wir bereits in der Nacht, dass Max nochmal mit ihm ins Krankenhaus fährt und ich mit dem Baby zu Hause bleibe.
Das fiel mir ganz schön schwer. Meinen armen, verletzten, kleinen Jungen quasi allein zu lassen. Aber eine andere Möglichkeit gab es nicht, weil ich mich natürlich auch um mein Stillbaby sorgte.

Die Notaufnahme war morgens zum Glück so gut wie leer und die beiden kamen schnell dran und schickten mir Fotos und ein gut gelauntes Selfie. Das Christkind war begeistert von dem Entertainment mit Seitenblasen und iPad-Apps durch einen Krankenhausclown. Aber Max erzählte mir später, dass er beim Röntgen trotzdem ziemlich weinte :(
Nach etwa drei Stunden waren die beiden wieder zurück und das Christkind präsentierte mir stolz seinen mit Stickern beklebten Gipsarm und berichtete was sie alles erlebt hatten. Er durfte auch zuhause noch etwas im Bett sitzen und iPad spielen und wir waren froh, dass ein Gips ausreichte und er das Ganze gut mitmachte.

Am Dienstag sollten wir nochmal ins Krankenhaus kommen. Der Gips wurde entfernt, um nochmal zu schauen, ob der Arm geschwollen sei. Beim Arzt war noch alles okay, aber ab dem Moment wo der Gips entfernt werden sollte weinte und schrie das Christkind bitterlich. Er tat mir so leid. Wir versuchen ihm zu erklären, dass das Gips entfernen nicht weh zu würde, aber er ließ sich nicht mehr beruhigen. Später schlurzte er, dass ja noch niemand auf seinen Gips gemalt hätte :)
Es wurde beschloßen, dass er einen neuen Gips bekommt, weil der Ellenbogen etwas dick war und er beim Beugen Schmerzen hatte. Aber beim Anlegen des neuen, leichteren Plastikgipses fing er gleich wieder laut an zu schreien und ließ sich auch nicht mehr beruhigen bis alles überstanden war. Habe jetzt schon Schrecken davor, wenn der wieder ab muss...

Aber seitdem ist das Christkind gut gelaunt und munter, als wäre nichts. Es ist schon beeindruckend, wie wenig er sich davon einschränken lässt, dass sein rechter Arm eingegipst und somit fast nicht benutzbar ist. Er hüpft und springt damit herum und ist trotzdem gerne mit uns unterwegs. Nur ganz selten, wenn er zu etwas keine Lust hat nutzt er die "ich bin verletzt"-Karte und sagt, dies und das kann er nicht machen, weil er verletzt ist oder lässt sich ausnahmsweise mal füttern. Aber etwas Bemutterung hat der tapfere Kerl ja auch verdient :)

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